Erfahrungsbericht: Saal-Digital Fotobuch

Heute sehen wir Bilder fast nur noch digital. Sei es im Internet oder z.B. im eigenen Lightroom Katalog. Da ist der Test eines Fotobuchs eine willkommene Abwechslung. Wir haben an einer Aktion von Saal-Digital teilgenommen, bei der man ein Fotobuch testen und bewerten kann. Kritik ist dabei durchaus erwünscht. Aktiv am Verbessern eines Produkts mitarbeiten? Ganz unser Ding!


Warum digitale Bilder nicht nur Vorteile haben

Wann habt ihr zum letzten Mal einen guten Druck von einem eurer Bilder gesehen? Klar hat man seine Favoriten, die man sich gedruckt auch gerne mal an die Wand hängt, aber wir beobachten bei uns selbst, dass man heute sehr viel mehr „Datenmüll“ ansammelt, der schneller vergessen ist, als man auf den Auslöser gedrückt hat.

Die größten Vorteile der digitalen Fotografie, sind dabei auch manchmal ihre größten Nachteile. Man hat schnell ein Bild gemacht, mit dem man sich mal mehr, mal weniger während der Aufnahme beschäftigt hat (kann ich ja sowieso wieder löschen…), kommt nach Hause, jagt die Bilder durch Lightroom, freut sich über gute Ergebnisse, verschickt vielleicht auch mal ein gutes Bild über Whatsapp oder per Mail und danach landen die Bilder im digitalen Nirvana – auch bekannt als unsere Bilddatenbank. Schaut man sich diese Bilder jemals wieder aktiv an? Vermutlich eher selten. Es sind eben nur Dateien. Digital, schnelllebig, nichts zum Anfassen und nichts zum Hinstellen. Gespeichert zwischen tausenden anderen, mehr oder weniger bedeutungslosen, Dateien.

 

Erst durch den Druck wird die Datei zum Bild

Sobald man eine digitale Datei drucken lässt, oder selbst druckt, ist es für uns etwas komplett anderes. Plötzlich hat man sein Bild in der Hand, sieht wie es in jedem Licht etwas anders wirkt, wie sich das Papier anfühlt und man muss dafür nicht mal am PC, Laptop, Handy oder Tablet sitzen.

Ein Beispiel aus der Praxis:
letztes Jahr waren wir für ein paar Tage in Bingen am Rhein und haben die besten Bilder in einem Fotobuch zusammengefasst. Dieses Fotobuch steht bei uns im Regal und manchmal, wenn man daran vorbeiläuft, nimmt man es in die Hand und blättert mal schnell durch. Und das einfach nur, weil die Bilder plötzlich greifbar sind.

Viele der Bilder im besagten Fotobuch sind auf analogem Kleinbild-Film aufgenommen, den wir selbst entwickelt und gescannt haben. Man kann also nicht sagen, dass wir uns nicht mit den Bildern beschäftigt hätten. Trotzdem bleiben nur jene im Gedächtnis, die es ins Fotobuch geschafft haben. Man hat sie einfach öfter in der Hand und vor Augen.

 

Die Saal Digital Testaktion

Auf die Test-Aktion von Saal-Digital sind wir über Facebook aufmerksam geworden. Ehrlich gesagt haben wir sie sogar mehrmals gesehen und mehrmals ignoriert. Warum sollten wir uns für den Test bewerben? Die nehmen uns doch eh nicht usw.
Irgendwann haben wir es dann doch gemacht: wir haben uns über Saal-Digital schriftlich beworben (ein Aufwand von höchstens 15 Minuten) und in weniger als drei Stunden hatten wir einen 40€ Gutschein für unser Fotobuch im Posteingang.

Dazu muss man sagen, dass wir bereits vorher Erfahrungen mit Saal-Digital sammeln konnten. Wir haben mehrere Bilder (in verschiedenen Formaten) und Fotobücher bei Saal-Digital bestellt und waren immer sehr zufrieden mit den Produkten und dem Service. Irgendwann soll auch mal das ein oder andere große Wandbild auf Acryl oder Alu Dibond folgen, aber irgendwie stellt uns kein Bild so sehr zufrieden, dass wir den Druck wagen würden 😀

So weit, so gut. Jetzt brauchten wir noch ein Projekt, das wir als Fotobuch verwirklich wollten. Da bot es sich an, dass wir vor ein paar Wochen eine Hochzeit fotografiert haben. Das Brautpaar hat die Bilder nur digital bekommen, also warum nicht den Erfahrungsbericht schreiben und dem Brautpaar die Möglichkeit geben ihre besten Bilder noch mal als Fotobuch in der Hand zu halten?

 

Die Software

Um das Fotobuch zu erstellen, benötigt man die Software von Saal-Digital. Diese ist schnell heruntergeladen und installiert.

Unsere Auswahl - A4 hochkant in matt
Unsere Auswahl – A4 hochkant in matt

Zuerst wählt man das Produkt aus, das man erstellen möchte. Wir haben uns für ein Din A4 Fotobuch (hochkant) mit 26 matten Seiten und mattem Cover entschieden. Zusätzlich haben wir die Geschenkverpackung ausgewählt, da wir das Fotobuch gerne angemessen überreichen wollen und uns schon immer interessiert hat, was man für den Preis von 20 € alleine für die Geschenkverpackung erhält. Für den stolzen Preis sollte sie besser gut sein.

Wählt man ein mattes Cover aus, stößt man regelmäßig auf den Hinweis, dass das matte Cover nicht für dunkle Motive geeignet sein soll. Warum man darauf so penetrant hinweist, ist uns allerdings ein Rätsel. Natürlich ist das Schwarz im Bild dann nicht so tief, wie wenn das Cover glänzend wäre, aber eine Erklärung warum das matte Cover nicht geeignet sein soll, gibt die Software nicht. Wenn wir nicht wüssten was wir tun (wir haben bereits ein paar Fotobücher mit matten Covern), würde uns die Warnung eher abschrecken.

verschiedene Vorlagen stehen zur Auswahl
verschiedene Vorlagen stehen zur Auswahl

Als nächstes steht man vor der Wahl, welche Designvorlage man verwenden möchte. Hier haben wir uns für die „Leere Vorlage“ entschieden, welche die Möglichkeit bietet die Seiten komplett frei zu gestalten. Das ist dann etwas mehr Arbeit, aber einfacher als eine unpassende Vorlage später auf die eigenen Vorstellungen anzupassen. Am besten wäre es vermutlich eigene Vorlagen in Photoshop zu erstellen und diese dann über den Punkt „Bilder vollflächig platzieren“ einzubinden. Dafür ist aber Vorarbeit außerhalb der Saal-Digital Software (z.B. in Photoshop nötig), die wir uns in diesem Fall gespart haben.
Es gibt auch Vorlagen für gewisse Themen wie z.B. Hochzeit, in denen die Bildanordnung schon vorgegeben ist. Zusätzlich sind noch Zitate zum Thema Liebe und Kapitel-Unterteilungen eingebaut. Grundsätzlich eine nette Idee, aber wir wollten unsere Seiten lieber selbst gestalten.

Nur als Beispiel: die Vorlage "Hochzeit"
Nur als Beispiel: die Vorlage „Hochzeit“

Weiter geht es zur Auswahl der Bilder für das Fotobuch. Wir haben bereits vorab eine Auswahl getroffen, welche Bilder ins Fotobuch kommen könnten, um uns nicht durch mehrere hundert Hochzeitsbilder zu kämpfen. Diese Auswahl haben wir dann über die Saal-Digital Software in einer Art Dateibrowser aufgerufen um sie immer griffbereit zu haben. Bilder lassen sich aber auch per „drag and drop“ auf die einzelnen Seiten ziehen. Leider kann man Bilder nicht auf die gleiche Weise in der Dateiübersicht ablegen. Dort kann man sich nur den Inhalt des aktuell ausgewählten Ordners anzeigen lassen. Will man Bilder dort hinzufügen, müssen diese erst außerhalb der Software in diesen Ordner verschoben werden.
Schöner wäre es gewesen, wenn man seine „Fotobuch-Favoriten“ innerhalb der Software aus verschiedenen Ordnern zusammensuchen kann, um nicht entweder alle Bilder in einem Ordner haben zu müssen, oder über die Software alle Ordner immer wieder einzeln aufzurufen. Praktisch einen eigenen Bereich innerhalb der Software, in den man alle Dateien ziehen kann, die in Frage kommen, um während der Gestaltung alle Bilder im Blick zu haben.

Ansonsten verläuft das Designen der Seiten recht intuitiv. Man zieht die Bilder aus dem Dateibrowser auf die Seite und platziert sie dort wie man sie haben möchte. Der druckbare Bereich wird innerhalb der Software durch einen roten Rahmen gekennzeichnet, über den die Bilder immer etwas überlappen müssen. So behält man gut den Überblick was man im fertigen Druck sieht und was evtl. abgeschnitten wird. Die Begrenzungen der Seiten sind „magnetisch“, so lassen sich die Bilder einfach ausrichten und man weiß, sobald das Bild eingepasst ist. Gut ist, dass beim Skalieren der Bilder automatisch das Seitenverhältnis beibehalten wird. So wird verhindert, dass man aus Versehen ein Bild staucht.

Was uns negativ aufgefallen ist, sind die die Ebenen. Wie erwähnt haben wir ein Din A4 hochkant Format gewählt, das den Vorteil bietet, dass man auch mal zwei horizontale Bilder untereinander auf einer Seite platzieren kann. Da kann es natürlich mal vorkommen, dass die Bilder etwas überlappen und man möchte, dass ein Bild als Ebene über dem anderen liegt. Vorder- und Hintergrund sozusagen. Jetzt denkt man als Fotograf natürlich „wow Ebenen! Geht bestimmt wie in Photoshop…“. Kurz und knapp: leider nein.
Öffnet man rechts in der Software das Ebenen-Fenster, werden alle Bilder der aktuellen Seitenansicht richtig angezeigt, das zuletzt hinzugefügte Bild, bildet dabei aber die unterste Ebene und sollte laut der Logik in Photoshop dementsprechend von allen anderen verdeckt werden. Es ist aber genau andersrum. Es liegt über den anderen Bildern. Aber das ist noch nicht alles… Man kann die Anordnung der Ebenen nicht ändern. Selbst wenn das Schloss neben der Ebenenbezeichnung geöffnet ist, kann man die Ebene nicht verschieben. Auch Versuche mit Tastenkombinationen scheiterten. Keine Ahnung, ob es dafür irgendeinen Trick gibt, aber nach mehreren Versuchen gaben wir entnervt auf, haben das Bild, das über den anderen liegen sollte, wieder von der Seite entfernt und neu eingefügt. Danach überdeckt es alle anderen. Bleibt die Frage, warum es in der Software überhaupt Ebenen gibt?

Die Ebenen können wahnsinnig machen
Die Ebenen können wahnsinnig machen

Zu Bildern können auch Cliparts eingefügt werden. Zur Auswahl stehen 1065 Bilder, die in die Seiten eingebaut werden können. Zusätzlich sind diese noch nach Kategorien sortiert, was auch nötig ist, weil sonst jeder den Überblick verliert. Zum Thema Hochzeit gibt es in der Software 35 Cliparts. Hauptsächlich die üblichen Verdächtigen wie Herzen, Ringe und Rosen. Vermutlich werden jetzt viele sagen, dass Cliparts unnötig und unprofessionell sind. Wir würden auch niemals Cliparts in ein Fotobuch einer Hochzeit aufnehmen, weil es in diesem Sektor wirklich unprofessionell wirkt, aber sie wegzulassen, würde der Software eher schaden als nutzen. Im privaten Bereich kam es bei uns auch schon vor, dass eine kleine Sprechblase hier und da das Fotobuch aufgefrischt und teilweise für Lacher gesorgt hat 😀 Vermutlich wird es vielen anderen Anwendern auch so ergehen.

Die Funktion Text in einem Fotobuch einzufügen, gibt es natürlich auch. Zumindest für die Beschriftung des Buchrückens ist das sehr sinnvoll und auch sonst fallen uns viele Anwendungsfälle ein, in denen etwas Text als Erklärung zu einem Bild nicht schadet. Genau so kann Text nötig sein, um z.B. Copyright Infos oder Kontaktdaten im Fotobuch einzufügen. Die Auswahl an Schriftarten hält sich in überschaubaren Grenzen, aber weniger ist manchmal mehr. Wer hat nicht schon mal in Photoshop versucht eine passende Schrift zu finden und wurde vom Umfang der Möglichkeiten schlichtweg erschlagen? Für jeden Anlass gibt es in der Software mindestens eine passende Schriftart und mehr ist nicht nötig. Wir haben uns für eine elegante, verschnörkelte Schrift auf dem Buchrücken entschieden.

Nachdem alle Seiten gestaltet sind, geht es weiter zum Bestellprozess. Sollte man vergessen haben eine Seite zu gestalten, verhindert die Software, dass man ein Fotobuch mit leeren Seiten bestellt, indem sie prüft, ob die Bildboxen mit Inhalt gefüllt sind. Das funktioniert natürlich nur wenn man eine Vorlage mit Bildboxen ausgewählt hat. Leere Vorlagen können deshalb nicht geprüft werden. Das ist aber nicht der Software anzulasten und wäre dann sozusagen eigene Dummheit 😉

Ansonsten verläuft der Bestellprozess wie man es im Internet gewohnt ist. Artikel in den Warenkorb legen, Adresse eintragen, Zahlungsart und Versand auswählen und schon werden die Bilder hochgeladen. Testhalber wollten wir das Fotobuch mit PayPal bezahlen, was zu diesem Zeitpunkt aus unerklärlichen Gründen nicht möglich war. Es scheint sich aber nicht um einen Software-Fehler zu handeln. Also haben wir unser Fotobuch auf Rechnung bestellt, was bereits bei vorherigen Bestellungen bei Saal-Digital einwandfrei funktioniert hat.

Der Upload der Bilder geht, je nach Internetverbindung, fix und man bekommt einen Statusbalken angezeigt, in dem man den genauen Fortschritt und die noch zu übertragende Datenmenge sieht. Bei unserem Fotobuch waren es knapp über 60 MB und selbst mit einer 16.000er DSL-Leitung war der Upload schnell erledigt.

Jetzt hieß es erstmal gespannt warten, bis das Fotobuch ankommt. Erfahrungsgemäß geht das bei Saal Digital oft schneller als man denkt und bisher kamen alle Bestellungen auch gut und sicher verpackt an.

 

Das Fotobuch

Mittwoch Nachmittag haben wir das Fotobuch bestellt und Freitag war es schon da. Natürlich sicher verpackt wie gewohnt.

Als erstes fällt die Geschenkverpackung auf, in der sich das Fotobuch verbirgt. Sie ist schlicht, gut verarbeitet und stabil. Jedoch finden wir 20 € dafür etwas zu teuer. Wenn man ein 100 € Fotobuch bestellt, kann man den Preis aber eher rechtfertigen. Schön wäre es auch, wenn man die Geschenkverpackung in der Software noch an die eigenen Wünsche anpassen könnte. Zum Beispiel könnte man einen Text oder ein Bild auf das Cover drucken lassen, um es zu individualisieren.

In der Geschenkverpackung ist das Buch sicher und stilvoll untergebracht
In der Geschenkverpackung ist das Buch sicher und stilvoll untergebracht

Aber nun zum wichtigsten: den Bildern. Die Druckqualiät ist natürlich perfekt und wir sind davon begeistert. Die Bilder wurden an kalibrierten Monitoren bearbeitet und die Farben, sowie die Helligkeit, passen einwandfrei.

Die Druckqualität ist perfekt
Die Druckqualität ist perfekt

Das Papier, wie erwähnt die matte Version, fasst sich sehr gut an und vermittelt Qualität. Dazu trägt auch die Dicke der Seiten bei. Das Gleiche gilt für das Cover.

Durch die Panoramabindung, bei der der Falz in der Mitte des Buchs entfällt, kommen auch vollflächige Bilder über zwei Seiten sehr gut zur Geltung. Damit ist auch das lästige „Glattdrücken“ der Seiten, um ein Bild gut zu sehen, endlich Geschichte. Gerade bei kleinformatigen Fotobüchern ist das sehr wichtig.

Die Panoramabindung im Detail
Die Panoramabindung im Detail. Gut zu sehen: die Seiten sind angenehm dick und hochwertig

Kurz und knapp: Es gibt am Fotobuch nichts zu bemängeln! 🙂

 

Fazit

Saal-Digital ist vermutlich nicht die erste Anlaufstelle für Fotobücher, die man im Internet findet. Einerseits gibt es günstigere Discount-Anbieter und andererseits scheint Saal-Digital nicht agressiv auf Werbung zu setzen. Viele gehen direkt zum Drogeriemarkt ihres Vertrauens und geben sich mit den Ergebnissen zufrieden, weil sie nichts besseres gewohnt sind und es vermeintlich am bequemsten für sie ist.

Jetzt mag man vielleicht denken, dass mehr Qualität auch sehr viel mehr kostet, aber meistens macht es preislich keinen Unterschied. Hinzu kommt noch der schnelle Versand, der woanders gerne mal ein paar Tage länger dauern kann. Auch die perfekte Farbwiedergabe überzeugt.

Die Software erfordert eine kurze Einarbeitung, aber das ist bei jedem Anbieter und jeder Software der Fall. Dafür sprechen die Ergebnisse für sich.

Das Brautpaar ist vom Fotobuch begeistert und kann nun eine Auswahl der schönsten Bilder noch einmal in die Hand nehmen und nicht nur am Monitor betrachten. Vermutlich wird das Fotobuch noch durch die Hände vieler Familienmitglieder, Freunde und Bekannten wandern, bevor es seinen Ehrenplatz im Regel erhält und dort, wie bei uns, immer wieder mal angeschaut wird, um die Erinnerung an den schönsten Tag im Leben aufzufrischen.

Uns hat es gezeigt, dass ein Fotobuch beim Brautpaar auf positives Feedback stößt und wir werden in Zukunft öfter auf diese schöne Möglichkeit Erinnerungen greifbar zu machen, zurückkommen.

Zuletzt möchten wir noch sagen, dass wir das Fotobuch kostenfrei durch einen Gutschein zur Verfügung gestellt bekamen, dies aber in keinster Weise unsere Meinung beeinflusst hat. Es ist gut zu wissen, dass Saal-Digital aktiv darauf hinweist, dass Kritik erwünscht ist. So können Verbesserungen direkt von Kunden vorgeschlagen und in die Produktentwicklung eingebracht werden.